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Debattieren ist eine Schule des Denkens

Man macht sich nicht bei allen beliebt in der katholischen Kirche mit einem Buch zum Thema „Dogma im Wandel“ oder dem Vorschlag, Frauen die Priesterweihe zu verleihen. Dem 31-jährigen Theologen und Priester Prof. Dr. Michael Seewald ist es aber wichtig, für seine Positionen einzutreten, auch wenn´s unbequem wird. Einen Grundstein dazu hat Jugend debattiert gelegt. Mit 16 Jahren wurde er Bundessieger. Nicht nur die Erfahrung beim Finale, sondern „die ganze Arbeit in dem Programm“ habe seinen beruflichen Werdegang geprägt.  „Man lernt bei Jugend debattiert Genauigkeit und Selbstsicherheit, aber auch den Umgang mit Kritik und die Fähigkeit, selbst fair zu kritisieren.“ Michael Seewald ist Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Das Debattieren ist für ihn eine Schule des Denkens. Er vermittelt den Studenten, dass das Ringen um sprachliche Präzision und überzeugende Argumente die beste Beweisform ist, die ein Geisteswissenschaftler hat. Im Interview mit der Hertie-Stiftung macht er sich Gedanken über die Freiheit des Wortes in der katholischen Kirche, über Demokratiedefizite der Religionen und erzählt von seiner Leidenschaft, Cocktails zu mixen.

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