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Jugend debattiert News

Gelingende Demokratiebildung an Thüringens Schulen

Allgemeines

Auch in Thüringen hat sich Jugend debattiert als fester Bestandteil der Bildungslandschaft etabliert. Bildungsminister Christian Tischner wird am 13. Mai 2026 im Rahmen einer Schaudebatte von Jugend debattiert bei der Thüringer Landesgartenschau in Worbis-Leinefelde zu Gast auf einer Podiumsdiskussion sein. Vorab verrät er im Interview, welchen Wert er Jugend debattiert beimisst.

Was schätzen Sie an Jugend debattiert?

„Jugend debattiert ist ein wichtiger Wettbewerb für die Stärkung von demokratiefördernden Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern allgemeinbildender weiterführender Schulen. Respekt, Gesprächsfähigkeit, Ausdrucksvermögen und Stichhaltigkeit sind Fähigkeiten für gute Debatten, aber auch für die individuelle Entwicklung. Sprache und Denken prägen die Werte unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Ich schätze Jugend debattiert, weil es auch eine in Thüringer Schulen etablierte Lernmethode ist – u. a. in den Fächern Deutsch, Biologie, Sozialkunde, Ethik. Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven, Pro- und Contra-Debatten zu unterschiedlichen Themen gehören zu unseren Schulen. Jugend debattiert schafft Voraussetzungen für eine gelingende Demokratiebildung an Thüringer Schulen.“

Wie hat Jugend debattiert die Bildungslandschaft in Thüringen verändert?

„Jugend debattiert ist heute aus der Thüringer Bildungslandschaft nicht mehr wegzudenken. Als wir 2011/2012 in Thüringen mit der Erprobung der Lernmethode Jugend debattiert im Unterricht an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen starteten, stellte sich rasch heraus, dass wir hierfür qualifizierte Lehrkräfte benötigen. Das war eine Herausforderung. Aber dank der guten Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dem Engagement des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) konnten inzwischen 215 Lehrkräfte zu Trainerinnen und Trainern bei Jugend debattiert qualifiziert werden. Mehr als 40 Thüringer Schulen wenden die Lernform Jugend debattiert im Unterricht an. Pro Schuljahr finden Wettbewerbe auf den Ebenen Schule, regional und landesweit statt. Vier Finalisten aus Thüringen nehmen jedes Jahr am Bundeswettbewerb teil. Inzwischen haben wir eine regionale Struktur zur Weiterentwicklung von Jugend debattiert in Thüringen – angelehnt an die Wirkungsbereiche der Staatlichen Schulämter – etabliert.

Die Lernmethode und das Wettbewerbsgeschehen von Jugend debattiert tragen seit vielen Jahren dazu bei, Schülerinnen und Schülern Mut zu machen, ihre eigene Meinung im Sinne unserer demokratischen Gesellschaft auch in schwierigen Lebenssituationen selbstbewusst und respektvoll zu vertreten. Mehr noch: Lehrkräfte haben eine Lernmethode zur Verfügung, die es ihnen ermöglicht, nachfolgenden Generationen zu vermitteln, dass der gelingende Gebrauch von demokratischen Rechten und Pflichten zunehmend Bedeutung für unsere Zukunft hat. Mit einem Wort: Jugend debattiert gibt Orientierung und fördert in unsicheren Zeiten das Vertrauen, indem es die Selbstwirksamkeit von Thüringer Schülerinnen und Schülern stärkt.“

Eine persönliche Frage: Debattieren Sie lieber Pro oder Contra – und warum?

„Ungewissheiten, Uneindeutigkeiten und unerwartete Veränderungen auszuhalten, gehört zum Lebensalltag vieler Menschen – insbesondere in den ostdeutschen Ländern. Dabei nicht vorschnell auf Widersprüche ablehnend zu reagieren, sondern offen zu sein für andere Perspektiven oder Lösungsansätze – darum geht es grundsätzlich, wenn ich inmitten einer Debatte bin oder nach meiner Einschätzung gefragt werde. Denn das ist die Chance unserer Demokratie: Das zu diskutierende, uneinheitliche, mitunter konflikthaltige Thema trägt die Lösung in sich und zwar in unterschiedlichen Vorschlägen, Ideen und Perspektiven. Der Horizont der Lösungsansätze weitet sich, sobald eine offene und respektvolle Debatte möglich ist.

Ich versuche bei Debatten, die Argumente von anderen nachzuvollziehen – soweit sie die Grundlagen des Grundgesetzes und die gültigen zwischenmenschlichen Werte einschließen. Jegliche Formen des Antisemitismus, des Rassismus und Extremismus sind unvereinbar mit Artikel 1 GG: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Deshalb gilt für mich – ob Pro- oder Contraposition in einer Debatte – die Grundhaltung: Menschen mit Anstand und Respekt zu begegnen.“

Die Schaudebatte mit zur Streitfrage „Soll eine Obergrenze für den täglichen Wasserverbrauch pro Person eingeführt werden?“ mit anschließendem  Poetry Slam und Gesprächsrunde findet statt am 13.05.26 um 14:00 Uhr in Leinefelde-Worbis, Bühne Festwiese. 

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