Jugend debattiert

FAQ

Übersicht

Allgemeine Fragen zum Projekt

Was ist Jugend debattiert?
Seit wann gibt es Jugend debattiert?
Wer sind die Partner von Jugend debattiert?
Gibt es Jugend debattiert auch im Ausland?

Die Debatte

Was ist eine Debatte?
Warum lohnen sich Debatten?
Warum hat die Debatte bei Jugend debattiert drei Teile?
Wie unterscheidet sich die Debatte bei Jugend debattiert von einer Debatte im Parlament?
Wie unterscheidet sich eine Debatte von einer Diskussion?
Wie unterscheidet sich eine Debatte von einer Verhandlung?

Regeln der Jugend debattiert-Debatte

Wer debattiert?
Wie lauten die Debattenregeln genau?
Warum sind die Themen im Wettbewerb Jugend debattiert immer als Soll-Fragen formuliert?
Muss ich mich für eine Seite (pro oder contra) entscheiden?
Darf ich in einer Debatte meine Meinung auch verändern?
Muss ich der Gegenseite immer widersprechen?
Soll man am Ende einen Kompromiss gefunden haben?
Was bedeutet es, in einer Debatte "sachlich" zu sein?
Warum sollen in der Schlussrunde keine neuen Argumente mehr gebracht werden?
Woher stammen die Regeln bei Jugend debattiert?

Teilnahme

Wie kann ich als Schüler bei Jugend debattiert teilnehmen?
Welche Altersgrenzen gibt es?
Dürfen Siebtklässler am schulübergreifenden Wettbewerb ab Klasse 8 teilnehmen?
er kann am bundesweiten Jugend debattiert-Wettbewerb teilnehmen?
Wie oft kann ich am Wettbewerb teilnehmen?
Wann und wie erfolgt eine Turnierteilnahme außer Konkurrenz?
Was tun, wenn eine Schule ausnahmsweise keine Schüler melden kann, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen?
Was tun, wenn angemeldete Teilnehmer nicht zum Turnier erscheinen?
Wie kann unsere Schule teilnehmen?
Wie kann ich als Lehrer teilnehmen?
Wie kann ich Mitglied im Alumni e.V. werden?

Der Wettbewerb

Was gibt es zu gewinnen?
Wie läuft der bundesweite Wettbewerb ab?
Wie ist ein einzelner Wettbewerb aufgebaut?
Welche besonderen Regeln gelten im Wettbewerb?
Darf man im Wettbewerb vorbereitete Unterlagen verwenden?
Darf man seine Eröffnungsrede auswendig gelernt vortragen?
Soll man immer beide Seiten vorbereiten?
Was geschieht, wenn man zum Termin des Siegerseminars oder zum Termin der nächsten Wettbewerbsrunde verhindert ist?

Bewertung

Welches sind die Kriterien der Wertung bei Jugend debattiert?
Wer bewertet die Debatten?
Wie bewertet die Jury?
Was passiert, wenn in Debatten zwei Teilnehmer die gleiche Gesamtpunktzahl erreichen?

Debattieren trainieren

Welche Trainings gibt es für Schüler?
Welche Trainings gibt es für Lehrer?

Allgemeine Fragen zum Projekt

Was ist Jugend debattiert?

Eine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren.

Deshalb kommt es darauf an, dass jeder schon in der Schule lernt, wie und wozu man debattiert, und regelmäßig übt, auch selbst zu debattieren. Jugend debattiert setzt genau hier an:

  • mit einem bundesweiten Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 an allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen
  • mit Unterrichtsreihen, die auf den Wettbewerb vorbereiten und zugleich zeigen, wie vielfältig man Debattierfähigkeiten im Alltag nutzen kann
  • mit Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer, in denen die Lehrkräfte selbst das Debattieren trainieren.

Auf diese Weise kann jeder, der teilnimmt, etwas für sich gewinnen. Jugend debattiert – mehr als ein Wettbewerb!

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Seit wann gibt es Jugend debattiert?

2001 ergriff Bundespräsident Johannes Rau die Initiative zu einem bundesweiten Wettbewerb Jugend debattiert und erklärte sich bereit, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Als "Bundeswettbewerb Jugend debattiert" wurde das Projekt am 21.11.2002 in Berlin in Anwesenheit des Bundespräsidenten der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit Blick auf die Initiative des Bundespräsidenten feierte Jugend debattiert 2011 sein zehnjähriges Jubiläum.

Vorausgegangen waren der Initiative des Bundespräsidenten der Hamburgische Landeswettbewerb "Streitgespräch – Jugend debattiert" (seit 1999) , veranstaltet durch die Hamburgische Bürgerschaft, das Parlament der Freien und Hansestadt Hamburg, und das Pilotprojekt "Rhetorik in die Schule - Jugend debattiert-Training und Wettbewerb" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung an Schulen in Frankfurt am Main (seit Schuljahr 2000/2001).

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Wer sind die Partner von Jugend debattiert?

Jugend debattiert ist ein Projekt auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Träger des Projekts sind die Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz und den Kultusministerien der Länder.

Wichtige Partner sind außerdem die Kultusministerien der 16 deutschen Länder, Medienpartner, das Kuratorium Jugend debattiert und die Jugend debattiert-Alumni.

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Gibt es Jugend debattiert auch im Ausland?

Ja! Jugend debattiert international ist ein Schülerwettbewerb für Deutsch lernende Jugendliche in acht Ländern Mittel- und Osteuropas: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland (Moskau und St. Petersburg), Tschechien, der Ukraine und Ungarn.

Darüber hinaus gibt es Jugend debattiert in deutscher Sprache auch an Schulen in China, in Brasilien und Jugend debattiert Schweiz.

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Die Debatte

Was ist eine Debatte?

Eine Debatte ist ein Gespräch nach festen Regeln, das eine Entscheidungsfrage beantworten soll. Entscheidungsfragen sind Fragen, auf die man nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann. Wer mit Ja antwortet, spricht sich für das Gefragte aus (= Position "pro"). Wer "Nein" sagt, wendet sich dagegen (= Position "contra").

Nicht jede Entscheidungsfrage löst gleich eine Debatte aus. Geht es jedoch um Fragen, bei denen die Antwort viele Menschen betrifft oder nicht sofort auf der Hand liegt, lohnt es, zu debattieren.

Ebenso wichtig wie die Antwort auf eine Frage ist in einer Debatte die Begründung dieser Antwort. Mit Debatten kann man herausfinden, was für und gegen eine Entscheidung spricht und welche Argumente am meisten überzeugen.

Die Debatte bei Jugend debattiert besteht aus drei Teilen:

  • In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht.
  • Die Freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Hier werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen.
  • In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer noch einmal die Möglichkeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten: Diesmal im Kontext all der Argumente, die er gehört hat.

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Warum lohnen sich Debatten?

Gute Debatten sind eine Voraussetzung lebendiger Demokratie und eines gelingenden Zusammenlebens in unserer vielfältigen Gesellschaft. Debattieren heißt: Stellung beziehen, Gründe nennen, Kritik vortragen – gegen- und miteinander. Debattanten müssen sich präzise ausdrücken können und einander zuhören. Im Alltag braucht jeder diese Fähigkeiten. Und jeder braucht sie, um politisch mitreden zu können.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Schüler und Lehrer bei Jugend debattiert in vielfältiger Weise profitieren.

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Warum hat die Debatte bei Jugend debattiert drei Teile?

Jede Debatte durchläuft verschiedene Phasen. Damit man diese Phasen unterscheiden kann, ist die Debatte bei Jugend debattiert in drei Teile gegliedert: die Eröffnungsrunde, die Freie Aussprache und die Schlussrunde.

Jeder Teil der Debatte hat eine besondere Funktion. Die Eröffnungsrunde dient dazu, dass jeder sagt, wie er die gestellte Frage versteht und warum er dafür oder dagegen ist. In der Freien Aussprache werden die Gründe für pro und contra genau verglichen. In der Schlussrunde beantwortet jeder die gestellte Frage ein zweites Mal, nun nachdem er die Argumente der anderen gehört, geprüft und mit der eigenen Position verglichen hat.

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Wie unterscheidet sich die Debatte bei Jugend debattiert von einer Debatte im Parlament?

In einer Debatte bei Jugend debattiert geht es darum, das Debattieren zu lernen. Deshalb sind die Regeln der Debatte stark vereinfacht. Es wird ein Thema debattiert, dann folgt eine Auswertung oder Besprechung der Debatte. Wer für pro oder contra debattiert, entscheiden die Teilnehmer selbst oder das Los. Niemand ist daher über die Debatte hinaus an seine Position gebunden und auch in der Abstimmung danach nicht seiner Debattenmeinung verpflichtet.

In einer Debatte im Parlament geht es darum, zur politischen Willensbildung und Gesetzgebung beizutragen. Jede Sitzung des Parlaments hat viele Themen. Entsprechend viele Debatten folgen nacheinander. Die Regeln der Debatte sind zahlreich und sehr detailliert. Anträge zur Geschäftsordnung sind ein wichtiges Mittel, die jeweilige Debatte zu gestalten. Von den Abgeordneten wird erwartet, dass sie die Position, die sie in der Debatte vertreten, auch außerhalb der Debatte vertreten, insbesondere in Abstimmungen. Wenn abgestimmt wird, hat das Abstimmungsergebnis für alle Abgeordneten eine bindende Wirkung.

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Wie unterscheidet sich eine Debatte von einer Diskussion?

Wichtigstes Gegenstück zur Debatte ist die Diskussion. Eine Diskussion ist ein Gespräch, das Antwort auf eine offen gestellte Frage sucht, d. h. auf eine Frage, auf die man nicht mit "Ja" oder "Nein" antworten kann – Beispiel: "Welche Folgen hat eine Senkung der Steuern?". Feste Regeln sind möglich, aber selten.

Diskussion und Debatte schließen sich nicht völlig aus. In der Praxis überwiegt die Mischung.

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Wie unterscheidet sich eine Debatte von einer Verhandlung?

Eine Gesprächsform, die der Debatte sehr ähnlich ist, ist die Verhandlung. Wie die Debatte zielt auch die Verhandlung darauf ab, eine Entscheidungsfrage zu beantworten. Anders als bei Debatten kommt es in Verhandlungen jedoch darauf an, zu einer Einigung zu gelangen, z. B. zu einer Vereinbarung oder einem Vertragsabschluss.

Debatten helfen, Verhandlungen vorzubereiten. Denn es ist sehr hilfreich, vor einem Kompromiss oder einer Einigung zunächst einmal herauszufinden, in welchen Meinungen man nicht übereinstimmt. Debatten werden vor allem auch dort geführt, wenn es Punkte gibt, die auch nach einer Verhandlung noch strittig sind und die dennoch entschieden werden müssen (z.B. nach Mehrheit (Parlament) oder durch eine über den Parteien stehende Instanz (Gericht, Wahlvolk)). In der Debatte wird dann für diejenigen, die anschließend entscheiden müssen, noch einmal dargestellt, worüber man sich im Rahmen der Verhandlung nicht einigen konnte.

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Regeln der Jugend debattiert-Debatte

Wer debattiert?

Debattiert wird jeweils zu viert: Zwei Personen antworten mit "Ja" und sprechen sich für das Gefragte aus ("pro"), zwei antworten mit "Nein" sprechen sich gegen die Maßnahme aus ("contra"). In einer guten Debatte betrachtet man eine Entscheidungsfrage von verschiedenen Seiten. Einen Gesprächsleiter gibt es nicht.

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Wie lauten die Debattenregeln genau?

Die Regeln des Wettbewerbs bei Jugend debattiert sind so gesetzt, dass ein faires und spannendes Turnier zustande kommen kann.

Die Debatte gliedert sich in drei Teile: Eröffnungsrunde, Freie Aussprache und Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht. In der Freien Aussprache werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen. Nach Ende der Freien Aussprache beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage ein zweites Mal (Schlussrunde).

  • In der Eröffnungsrunde beginnt, wer die Änderung des bestehenden Zustands wünscht. Rede und Gegenrede (pro und contra) wechseln einander ab. In der Eröffnungsrunde darf jeder Teilnehmer ohne Unterbrechung zwei Minuten sprechen.
  • Die Freie Aussprache dauert insgesamt zwölf Minuten.
  • In der Schlussrunde ist die Redezeit jedes Teilnehmers auf eine Minute begrenzt. Die Teilnehmer sprechen in der gleichen Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Dabei steht es jedem frei, seine Position gegenüber der Eröffnungsrunde zu verändern. In der Schlussrunde sollen nur Argumente vorgetragen werden, die bereits in der Eröffnungsrunde oder in der Freien Aussprache genannt worden sind.

Über die Einhaltung der Redezeiten wacht ein Zeitwächter. Fünfzehn Sekunden vor Ablauf der Redezeit wird ihr nahes Ende durch einmaliges Klingelzeichen angezeigt. Das Überschreiten der Redezeit wird durch zweimaliges Klingelzeichen angezeigt und anschließend durch dauerndes Klingelzeichen unterbunden.

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Warum sind die Themen im Wettbewerb Jugend debattiert immer als Soll-Fragen formuliert?

Die Themen im Wettbewerb Jugend debattiert sind nach einem einheitlichen Schema formuliert, damit alle Teilnehmer unter vergleichbaren Bedingungen debattieren. Soll-Fragen sind Entscheidungsfragen, auf die man nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann – Beispiel: "Sollen Lehrer durch ihre Schüler benotet werden?"

Soll-Fragen haben den Vorteil, dass sie praktische Fragen sind: Sie fordern dazu auf, eine konkrete Maßnahme oder Regelung zu bewerten (z.B. die Benotung der Lehrer durch ihre Schüler). Ob eine bestimmte Maßnahme mit den eigenen Überzeugungen übereinstimmt, kann jeder selbst überprüfen. Ob und wie die Maßnahme technisch umsetzbar ist (= Kann-Frage), können oft nur Fachleute beurteilen.

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Muss ich mich für eine Seite (pro oder contra) entscheiden?

Ja. Damit man sofort zur Sache kommt, gibt es bei Jugend debattiert nur pro oder contra. Man muss sich für eine Seite entscheiden, bevor die Debatte beginnt. Dabei muss die Position, die man in der Debatte einnimmt, nicht mit der persönlichen Meinung und Überzeugung übereinstimmen. Man kann die Position auch probeweise oder anwaltlich vertreten.

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Darf ich in einer Debatte meine Meinung auch verändern?

Grundsätzlich nein, ausnahmsweise ja. Grundsätzlich nein, wenn "Meinung" Position bedeutet. Denn die Debatte lebt vom Gegensatz von Pro und Contra. Stimmen alle Beteiligten in der Antwort auf die Streitfrage überein, ist die Debatte beendet.

Ausnahmsweise ja, wenn die Debattenfrage nach einer Zeit der Freien Aussprache erneut gestellt wird. Voraussetzung ist, dass man seine Meinung bis dahin wirklich vertreten hat und die Änderung genau begründet. Dies erlauben die Regeln von Jugend debattiert. Der Sinn dieser Möglichkeit, seine Meinung ändern zu dürfen: Niemand muss an Ansichten festhalten, die sich in der Debatte als unhaltbar erwiesen haben.

Davon zu unterscheiden ist eine Änderung der Meinung nur in einzelnen Punkten (Zustimmung zu einem einzelnen Argument, o. ä.). Solche Änderungen sind nicht nur zulässig, sondern zu empfehlen. Denn erst dadurch lässt sich ein Fortschritt im Gespräch erzielen. Und es wird deutlich, in welchen Streitpunkten man sich wirklich nicht einigen kann und deshalb eine Entscheidung erfordern.

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Muss ich der Gegenseite immer widersprechen?

Nein. Wenn die Gegenseite etwas sagt, womit man übereinstimmt, sollte man diese Übereinstimmung auch zum Ausdruck bringen. Es tut der Debatte sogar gut, Gemeinsamkeiten festzustellen, weil man sich dann auf das konzentrieren kann, worüber man wirklich uneins ist. Wichtig ist: Gegenrede heißt, das Gesagte kritisch zu prüfen und nicht stur dagegen zu sein.

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Soll man am Ende einen Kompromiss gefunden haben?

Nein. Wichtiger ist es, herauszustellen, dass man bei jeder Streitfrage entgegengesetzter Meinung sein kann und sein darf. Darum gibt es immer die Positionen pro und contra. Solange nicht wirklich klar ist, worin die gegensätzlichen Positionen bestehen, kommt jeder Kompromiss zu früh. Eine echte Einigung erfordert Zeit. Und zwar meist mehr Zeit, als in der Freien Aussprache einer Debatte bei Jugend debattiert zur Verfügung steht.

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Was bedeutet es, in einer Debatte "sachlich" zu sein?

Sache ist die Angelegenheit, um die es jeweils geht. Sache ist, was gefragt ist. Sachlich sein bedeutet somit: beim Thema bleiben, sich an das halten, wonach die Frage fragt. Das hat jedoch nur Sinn, wenn das Gefragte alle am Gespräch Beteiligten angeht.

Sachlichkeit schließt nicht aus, dass es mitunter auch sehr leidenschaftlich zur Sache geht. Unsachlichkeit breitet sich dort aus, wo nicht auf die Frage geachtet, sondern einfach drauflosgeredet wird. Dann passiert es auch schnell, dass man die falsche Frage verfolgt, nämlich eine, an der man zwar selbst interessiert ist, die aber nicht alle angeht und interessiert.

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Warum sollen in der Schlussrunde keine neuen Argumente mehr gebracht werden?

In einer Debatte bei Jugend debattiert sollen Argumente nicht nur genannt, sondern kritisch geprüft und gemeinsam besprochen werden. Erst aus dieser Prüfung und Aussprache ergibt sich, wie gut und stichhaltig ein Argument wirklich ist. Deshalb schließt sich an die Eröffnungsrunde eine Freie Aussprache an, in der jedes Argument, das in der Eröffnungsrunde gebracht wurde, erörtert werden kann. Die Freie Aussprache bietet auch die Gelegenheit, neue Argumente einzuführen.

Die Schlussrunde hat eine andere Funktion: Hier soll nichts Neues vorgebracht, sondern der bis dahin erreichte Stand festgehalten und eine Bilanz gezogen werden.

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Woher stammen die Regeln bei Jugend debattiert?

Die Regeln der Debatte bei Jugend debattiert stammen von Ansgar Kemmann, Leiter Jugend debattiert bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Ansgar Kemmann hat sie 1999 für den ersten Hamburgischen Landeswettbewerb "Streitgespräch – Jugend debattiert" verfasst. Ziel war es, ein Format zu entwickeln, das mit einem Minimum an Regeln auskommt, in Unterricht und Wettbewerb einsetzbar ist und Debatten jedes Schwierigkeitsgrads ermöglicht.

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Teilnahme

Wie kann ich als Schüler bei Jugend debattiert teilnehmen?

Die Voraussetzung für deine Teilnahme ist, dass deine Schule eine Jugend debattiert-Schule ist. An jeder Jugend debattiert-Schule gibt es Lehrerinnen und Lehrer, die speziell für das Jugend debattiert-Debattentraining ausgebildet wurden. Ist deine Schule dabei, lernt ihr das Debattieren im Rahmen einer Unterrichtsreihe in deiner Klasse. Das kann im Deutsch- oder Politikunterricht sein, aber auch in Biologie, Religion oder in jedem anderen Fach, wo man Meinungen austauscht. An manchen Schulen gibt es zusätzlich eine AG, in der du mitmachen kannst.

Wenn du nicht genau weißt, ob deine Schule eine Jugend debattiert-Schule ist, kannst du hier nachschauen oder einfach deine Lehrer fragen.

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Welche Altersgrenzen gibt es?

Der Wettbewerb findet auf allen Ebenen in zwei Altersgruppen statt: Altersgruppe I (Klassen 8 - 10) und Altersgruppe II (Jahrgangsstufen 10 - 13).

Es gilt folgende Regelung: Alle Schüler, die in der 10. Klasse an einem Jugend debattiert-Wettbewerb teilnehmen und an einem G 8-Gymnasium oder in einem G 8-Jahrgang unterrichtet werden, starten in der Altersgruppe II. Für alle anderen Schulen und für G 9-Jahrgänge zählt die 10. Klasse weiterhin zur Altersgruppe I.

Es gibt auch eine Altersobergrenze: In der Altersgruppe I kann am Wettbewerb nur teilnehmen, wer am Tag des Bundesfinales das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. In der Altersgruppe II kann nur teilnehmen, wer am Tag des Bundesfinales das 22. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das gilt auch für Schüler an berufsbildenden oder Fachoberschulen.

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Dürfen Siebtklässler am schulübergreifenden Wettbewerb ab Klasse 8 teilnehmen?

Nein. Der schulübergreifende, bundesweiten Wettbewerb Jugend debattiert beginnt ab Klasse 8. Schüler der Klassen 5-7 können nur an schulinternen Wettbewerben teilnehmen. Ggf. falsch gemeldete Schüler nehmen außer Konkurrenz am Turnier teil.

Wird der Fehler erst während oder nach Abschluss des Turnierfinales bemerkt, kann der betreffende Schüler auf der folgenden Ebene des Wettbewerbs nur außer Konkurrenz teilnehmen.

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Wer kann am bundesweiten Jugend debattiert-Wettbewerb teilnehmen?

Der Projektlehrer führt Jugend debattiert im Rahmen einer Unterrichtseinheit in der Klasse ein. Wenn viele Klassen an Jugend debattiert teilnehmen, wird in der Klasse zunächst der Klassensieger ermittelt, der die Klasse beim Schulwettbewerb vertritt.

Wer im Finale des Schulwettbewerbs Platz 1 oder 2 erreicht, ist für die nächste Wettbewerbsstufe qualifiziert, den Regionalwettbewerb. Wer dort Platz 1 oder 2 belegt, nimmt am Landeswettbewerb teil. Genaueres zum Ablauf des Jugend debattiert-Wettbewerbes, gibt es hier.

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Wie oft kann ich am Wettbewerb teilnehmen?

Grundsätzlich kannst man auch mehrmals am Jugend debattiert-Wettbewerb teilnehmen. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen:

  • Wer Landessieger geworden ist, kann im darauffolgenden Schuljahr nicht erneut am Wettbewerb teilnehmen - es sei denn, er wechselt im Folgejahr altersbedingt von der Altersgruppe I in die Altersgruppe II.
  • Auch wer Bundessieger bzw. Alumnus geworden ist, kann nur dann wieder am Wettbewerb teilnehmen, wenn er altersbedingt von der Altersgruppe I in die Altersgruppe II wechselt.

Der Grund für diese Regelungen ist der Vorsprung, den Teilnehmer haben, die schon einmal Landes- oder Bundessieger in ihrer Altersgruppe waren. Denn auf dem Landessiegerseminar, bei der Bundesqualifikation und bei der Akademiewoche haben sie viel gelernt. Dieser Vorsprung soll nicht dazu führen, dass immer wieder dieselben Teilnehmer die Bundesebene erreichen. Wir freuen uns aber, wenn Landes- und Bundessieger den Wettbewerb im Folgejahr z.B. als Juroren unterstützen!

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Wann und wie erfolgt eine Turnierteilnahme außer Konkurrenz?

Teilnehmer außer Konkurrenz sind Teilnehmer, die die Teilnahmevoraussetzungen nicht erfüllen, aber zum Turnier gemeldet sind oder als Ersatzpersonen für nicht erschienene Teilnehmer („Strohleute“) fungieren.

In Anerkennung ihrer Teilnahmebereitschaft wird ihre Leistung wie die aller übrigen Teilnehmer nach Punkten bewertet, ebenso erhalten sie eine Rückmeldung durch die Jury. Ihre Teilnahme bleibt jedoch auf Qualifikationsrunden beschränkt. In das Finale rückt der in der Abschlusstabelle Nächstplatzierte nach.

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Was tun, wenn eine Schule ausnahmsweise keine Schüler melden kann, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen?

Wenn eine Schule ausnahmsweise keine Schüler melden kann, die die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen, darf sie ersatzweise Schüler melden, die zu einer Turnierteilnahme außer Konkurrenz fähig und bereit sind. Ist die Schule auch hierzu nicht in der Lage, darf der Regionalkoordinator die frei bleibenden Plätze per Los unter den anderen Schulen des Verbundes verteilen. Die per Los nachrückenden Teilnehmer müssen aber nach den Regeln des Wettbewerbs qualifizierte Teilnehmer sein (d. h. Platz 3 und 4 Schulfinale).

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Was tun, wenn angemeldete Teilnehmer nicht zum Turnier erscheinen?

Erscheinen angemeldete Teilnehmer nicht zum Turnier oder sagen sie ihre Teilnahme so kurzfristig ab, dass Nachrücker nicht mehr benachrichtigt werden können oder nicht mehr anreisen können, werden diese Teilnehmer durch geeignete Ersatzpersonen („Strohleute“) ersetzt. Diese sind im Zweifel aus der gastgebenden Schule zu rekrutieren. Ersatzpersonen („Strohleute“) sind keine Nachrücker, sondern Teilnehmer außer Konkurrenz.

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Wie kann unsere Schule teilnehmen?

Bewerben können sich alle allgemeinbildenden und berufsbildende Schulen, die Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse aufwärts unterrichten. Zu den Teilnahmevoraussetzungen gehören neben der Zustimmung der Schulleitung:

  • die Benennung eines Lehrers als Koordinator und Ansprechpartner
  • die Fortbildung von mindestens zwei Lehrkräften zu Projektlehrern
  • die regelmäßige Durchführung einer Unterrichtsreihe Jugend debattiert
  • die jährliche Veranstaltung eines Schulwettbewerbs

Die Teilnahmevoraussetzungen im Einzelnen richten sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes. Informationen dazu gibt der zuständige Landesbeauftragte.

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Wie kann ich als Lehrer teilnehmen?

Um an Jugend debattiert teilzunehmen, muss Ihre Schule in unser Schulnetz Jugend debattiert aufgenommen werden. Erfahren Sie hier, wie Ihre Schule teilnehmen kann.

Ist Ihre Schule bereits eine Jugend debattiert-Schule, können Sie sich im Rahmen eines Basistrainings zum Projektlehrer fortbilden. Die für die Teilnahme notwendigen Trainings für Lehrerinnen und Lehrer sind in der Lehrerfortbildung Ihres Landes abrufbar.

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Wie kann ich Mitglied im Alumni e.V. werden?

Die aktiven Vereinsmitglieder sind ausschließlich ehemalige Teilnehmer vom Bundeswettbewerb Jugend debattiert, die in das Alumni-Programm des Projekts aufgenommen wurden. Möchtest du dem Alumni e.V. beitreten, verwende bitte folgendes Formular.

Wenn Ihnen die Arbeit von Jugend debattiert am Herzen liegt und Sie die Arbeit der Alumni unterstützen möchten, besteht die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft. Um den Alumni e.V. als Fördermitglied zu unterstützen, verwenden Sie bitte folgendes Formular.

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Der Wettbewerb

Was gibt es zu gewinnen?

Diejenigen, die bei den Regional- und Landeswettbewerben auf Platz 1 oder 2 in ihrer Altersgruppe kommen, gewinnen die Teilnahme an mehrtägigen Rhetorik-Seminaren. Mit eigens dafür geschulten Trainern von Jugend debattiert bereiten sie sich gemeinsam auf die nächste Stufe des Wettbewerbs vor. So erhält jeder eine faire Chance und entwickelt sich und seine Fähigkeiten weiter. Überdies sind die Siegerseminare eine einzigartige Möglichkeit, Jugendliche aus ganz Deutschland kennenzulernen, sich auf intensive Weise miteinander auszutauschen und nachhaltige Freundschaften zu knüpfen.

Wer es im Bundesfinale auf Platz 1 bis 6 in seiner Altersgruppe schafft, wird in das Alumni-Programm aufgenommen und gewinnt die Teilnahme an der Akademiewoche, einem einwöchigen Rhetorik-Seminar. Wer in das Alumni-Programm aufgenommen wurde, kann außerdem dem Alumni e.V beitreten. Erfahre hier mehr zu den Möglichkeiten, die man als Jugend debattiert-Alumni hat.

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Wie läuft der bundesweite Wettbewerb ab?

Vom Schul- bis zum Bundesentscheid unterscheidet sich der formale Ablauf des Wettbewerbes nicht. Wie eine Jugend debattiert-Debatte ganz grundsätzlich abläuft veranschaulicht die folgende Grafik.  

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Wie ist ein einzelner Wettbewerb aufgebaut?

Jeder Wettbewerb bei Jugend debattiert besteht aus zwei Qualifikationsrunden und einem Finale. Die Teilnehmer treten in zwei getrennten Altersgruppen an.

In den Qualifikationsrunden debattiert jeder Teilnehmer einmal auf der Position „pro“ und einmal „contra“. Die Punkte aus beiden Durchgängen werden addiert und für jeden Teilnehmer in einer Tabelle notiert. Die vier Erstplatzierten in dieser Tabelle sind für die Finaldebatte qualifiziert.

Sieger des Wettbewerbs ist, wer das Finale für sich gewinnt, d.h. in der Finaldebatte die höchste Punktzahl erreicht. Die beiden Erstplatzierten jeder Finaldebatte sind für die nächsthöhere Ebene des Wettbewerbs qualifiziert.

Pro Altersgruppe können an einem einzelnen Wettbewerb maximal 32 Personen teilnehmen. Sollte bei einem Klassenwettbewerb die Zahl der Teilnehmer acht Personen unterschreiten, darf auf Qualifikationsrunden oder Finaldebatte verzichtet werden. Sollten an einem Schulwettbewerb nicht mehr als acht Personen teilnehmen, können anstelle von zwei Qualifikationsrunden auch zwei Halbfinale ausgetragen werden.

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Welche besonderen Regeln gelten im Wettbewerb?

Die Streitfragen werden den Teilnehmern zehn Tage im Voraus bekannt gegeben. Vorbereitete Aufzeichnungen und sonstige mitgebrachte Hilfsmittel dürfen in den Debatten des Wettbewerbes nicht benutzt werden. Papier und Stift für Notizen vor und während der Debatte werden vom Veranstalter bereitgehalten.

Die Debatte wird eröffnet, indem ein Mitglied der Jury die vorgesehene Streitfrage stellt. Darauf antworten die Teilnehmer mit den Reden der Eröffnungsrunde. Über die Einhaltung der Redezeiten wacht ein Zeitwächter.

Sollte ein Teilnehmer durch grob rücksichtsloses Verhalten die Aussprache stören oder als Gespräch unmöglich machen, kann er von der Jury disqualifiziert werden.

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Darf man im Wettbewerb vorbereitete Unterlagen verwenden?

Nein. Eine Debatte lebt von Spontanität und der wechselseitigen Bezugnahme ihrer Teilnehmer. Deshalb sind vorbereitete Unterlagen in den Debatten des Wettbewerbes Jugend debattiert nicht erlaubt, auch nicht im Vorbereitungsraum. Während der Debatte darf und sollte man sich aber Notizen machen. Der Veranstalter hält Papier und Stifte bereit. Notizen, die im Vorbereitungsraum gemacht wurden, müssen dort zurückgelassen werden.

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Darf man seine Eröffnungsrede auswendig gelernt vortragen?

Ja. Nur bringt eine auswendig gelernte Rede in der Debatte eher Nachteile. Überzeugender wirkt, wer frei spricht und dadurch von Beginn an offen und flexibel auf die Argumente der anderen Redner eingehen kann.

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Soll man immer beide Seiten vorbereiten?

Ja. Denn erst wenn man sich mit beiden Positionen, "pro" und "contra", auseinandergesetzt hat, weiß man, welche Argumente die Gegenseite bringen kann und wo die inhaltlichen Stärken und Schwächen der Gegenseite und von einem selbst liegen.

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Was geschieht, wenn man zum Termin des Siegerseminars oder zum Termin der nächsten Wettbewerbsrunde verhindert ist?

In beiden Fällen rückt automatisch der Nächstplatzierte nach. Wer als Nachrücker einen Platz auf einem Sieger-Seminar erhält, rückt in den Wettbewerb aber nur dann nach, wenn derjenige, der sich ursprünglich für die Teilnahme am Wettbewerb qualifiziert hat, auch im Wettbewerb verhindert ist oder freiwillig auf seinen Platz verzichtet.

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Bewertung

Welches sind die Kriterien der Wertung bei Jugend debattiert?

Jeder Redner hat unterschiedliche Stärken. Deshalb wird die Leistung beim Debattieren in vier Kategorien bewertet. Die Kriterien der Wertung sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Nicht bewertet wird, welche Position ("pro" oder "contra") die Redner in der Debatte eingenommen haben.

Sachkenntnis: Wie gut weiß der Redner, worum es geht?
Ausdrucksvermögen: Wie gut sagt er, was er meint?
Gesprächsfähigkeit: Wie gut geht er auf die anderen ein?
Überzeugungskraft: Wie gut begründet er, was er sagt?

Sachkenntnis
Sachkenntnis meint die Fähigkeit, Sachfragen zutreffend und gehaltvoll zu beantworten. "Sache" meint die Sache als Angelegenheit, die in Frage und damit zur Debatte steht. Der Redner soll wissen: Worin besteht die Angelegenheit? In welchem Zusammenhang steht sie? Was ist der Stand der Dinge? Wo liegt der Streitpunkt?

Ausdrucksvermögen
Ausdrucksvermögen meint das Vermögen zur sprachlich-sprecherischen Darstellung. Ausdrucksvermögen zeigt sich in der Verständlichkeit und Klarheit der einzelnen Beiträge (verbal, vokal, nonverbal), in der Anschaulichkeit und Einprägsamkeit der Formulierungen, in Wortwahl und Satzbau, in sprachlichen Bildern und Vergleichen.

Gesprächsfähigkeit
Gesprächsfähigkeit meint die Fähigkeit der Teilnehmer, sich auf die Debatte als Gesprächssituation einstellen zu können, d.h. den anderen genau zuzuhören, an das Gesagte anzuknüpfen und aufeinander einzugehen. Dies gelingt, wenn die Teilnehmer zu gegenseitigem Austausch, gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Bezugnahme bereit und in der Lage sind.

Überzeugungskraft
Überzeugungskraft meint die Fähigkeit, vom Hörer her und auf ihn hin zu argumentieren, so dass der Hörer bereit ist, dem so Gesagten zuzustimmen. Zur Überzeugungskraft gehören drei Dinge: Verständnis für die Lage der Hörer, Glaubwürdigkeit im Auftreten als Redner, Nachvollziehbarkeit vorgebrachter Argumente.

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Wer bewertet die Debatten?

Im Wettbewerb wird die Leistung jedes Debattanten durch eine Jury öffentlich bewertet. In Qualifikationsrunden besteht jede Jury aus drei Personen und einem Zeitwächter. In Finaldebatten kann die Anzahl auf fünf Juroren erhöht werden.

Mitglied der Jury soll nur sein, wer die für diese Aufgabe erforderliche Unabhängigkeit, Erfahrung und Sachkenntnis besitzt. Jede Jury ist mit mindestens einem Lehrer und – nach Möglichkeit – mit mindestens einem Schüler zu besetzen. Als Schüler in diesem Sinne gelten auch ehemalige Teilnehmer am Wettbewerb, die ihre Schulzeit inzwischen beendet haben.

In Qualifikationsrunden darf als Lehrer nur jurieren, wer bei Qualifikationsrunden der vorausgehenden Wettbewerbsstufe bereits juriert hat.

In Qualifikationsrunden darf als Schüler nur jurieren, wer an Qualifikationsrunden dieser Wettbewerbsstufe bereits selbst teilgenommen oder mindestens bei Qualifikationsrunden der darunterliegenden Stufe bereits selbst juriert hat.

In Finaldebatten darf als Schüler nur jurieren, wer ein Finale dieser Wettbewerbsstufe bereits selbst gewonnen hat (Platz 1 oder 2).

Schüler der Altersgruppe I dürfen nur Wettbewerbe der Altersgruppe I jurieren.

Nach Möglichkeit soll niemand Teilnehmer gleicher Herkunft bewerten. Als "gleiche Herkunft" gilt auf der Ebene des Landes die Herkunft aus dem gleichen Regionalverbund, auf Ebene des Bundes die Herkunft aus dem gleichen Bundesland.

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Wie bewertet die Jury?

Die Wertung durch die Juroren erfolgt nach Punkten. Bewertet werden die Leistungen jedes Teilnehmers nach vier Kriterien: Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit, Überzeugungskraft. Die Wertung erfolgt direkt im Anschluss an die jeweilige Debatte.

Pro Kriterium können 0 bis 5 Punkte vergeben werden, d. h. pro Teilnehmer maximal 20 Punkte pro Debatte. In Finaldebatten tritt an die Stelle der Punktwertung eine Rangwertung (Rang 1 bis 4).

Die Wertung trifft jeder Juror für sich. Eine einheitliche Entscheidung der Jury ist nicht erforderlich. Der Jury soll sich vor der Wertung jedoch über ihre Eindrücke aus der Debatte austauschen.

Nach Abschluss der Wertung gibt die Jury jedem Teilnehmer eine individuelle Rückmeldung, die seine Leistung würdigt und konkrete Vorschläge zur Verbesserung enthält.

Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar. Deshalb erhält in Qualifikationsrunden jeder Teilnehmer eine zweite Chance (zu einem anderen Thema, wenn möglich, mit anderen Gesprächspartnern und vor einer anderen Jury).

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Was passiert, wenn in Debatten zwei Teilnehmer die gleiche Gesamtpunktzahl erreichen?

Sieger einer Debatte ist, wer die höchste Punktzahl erreicht. Erreichen in einer Debatte zwei Teilnehmer die gleiche Gesamtpunktzahl, erhält den höheren Rang, wer die höhere Punktzahl im Kriterium "Geprächsfähigkeit" erreicht hat. Herrscht auch hier Gleichstand, entscheidet die Punktzahl im Kriterium "Überzeugungskraft". Herrscht auch hier Gleichstand, entscheidet die Punktzahl im Kriterium "Sachkenntnis". Herrscht auch hier Gleichstand, entscheidet die Punktzahl im Kriterium "Ausdrucksvermögen". Ergibt sich für jedes Kriterium die gleiche Gesamtpunktzahl, entscheidet das Los.

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Debattieren trainieren

Welche Trainings gibt es für Schüler?

Jugend debattiert beginnt mit einer Unterrichtsreihe in der Klasse. Mit vielen abwechslungsreichen und lebendigen Übungen, lernt man in kleinen Schritten systematisch, was eine Debatte eigentlich ist, wie man jeden Teil einer Debatte gezielt üben kann und dabei wichtige Fähigkeiten wie das freie Sprechen erwirbt, wie man zu einem Thema richtig recherchiert und vieles mehr. Nähere Informationen zum Training im Unterricht gibt es hier.

Diejenigen, die es im Wettbewerb weit gebracht haben, gewinnen zusätzlich besondere Trainings: Bei mehrtägigen Seminaren mit eigens dafür geschulten Trainern von Jugend debattiert bereiten sie sich gemeinsam auf die nächste Stufe des Wettbewerbs vor. So erhält jeder eine faire Chance und entwickelt sich und seine Fähigkeiten weiter.

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Welche Trainings gibt es für Lehrer?

In eigens dafür konzipierten Fortbildungen, werden Lehrerinnen und Lehrer zu Jugend debattiert-Projektlehrern ausgebildet. Sie lernen u.a., wie man das Debattieren im Unterricht einführt und methodisch vielfältig einsetzen kann.

Bei den Jugend debattiert Basis- und Aufbautrainings haben die Teilnehmer die Möglichkeit, das Grundkonzept von Jugend debattiert und die positiven Auswirkungen des Debattierens selbst auszuprobieren. Überdies lernen die Teilnehmer z.B. die praxisnahen Lehrmaterialien kennen.

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