Jugend debattiert

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Beim Landesfinale von wurden am späten Mittwochnachmittag (6. April) die Sieger gekürt. Bei den Debatten im Sächsischen Landtag setzte sich Jonas Riedel vom Karl-Schmidt-Rottluff Gymnasium aus Chemnitz in der Jahrgangsstufe 8-10 bei der Frage „Soll ein Jugendcheck für Gesetzesvorhaben eingeführt werden?“ gegen die anderen Finalisten durch. In der Jahrgangsstufe 11 bis 12 überzeugte Pascal Walther vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Löbau mit dem Thema „Soll auch für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden?“.

Die beiden Erstplatzierten des Landesfinales vertreten gemeinsam mit den Zweitplatzierten jeder Altersstufe den Freistaat Sachsen beim Bundeswettbewerb von „Jugend debattiert“ am 18. Juni in Berlin. Als Anerkennung für ihre Leistung und zur Vorbereitung auf das Bundesfinale erhalten die vier Sieger ein mehrtägiges professionelles Rhetorik-Training. An dem Seminar auf der Burg Rothenfels am Main nehmen auch die Gewinner der anderen Bundesländer teil.

Jugend debattiert verknüpft Sprachförderung und Wissensvermittlung mit persönlicher und politischer Bildung, so Kultusministerin Brunhild Kurth. "Debattieren heißt, sich zu strittigen Fragen eine fundierte Meinung zu bilden, persönliche Standpunkte überzeugend zu vertreten, zuhören zu können und andere Meinungen zu respektieren. Gerade die heutige Zeit macht uns einmal mehr deutlich, dass eine sachliche Kommunikation bei Meinungsverschieden unabdingbar ist.“

Für Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler ist die Rede- und Debattierkunst die Grundvoraussetzung für eine lebendige Demokratie. „Unsere Gesellschaft braucht das offene Wort und die ehrliche Diskussion. Der Wettbewerb Jugend debattiert sorgt mit dafür, dass die Rednertalente der Zukunft gewonnen werden“.

Rund 3.300 Schüler aus 34 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Sachsen im Rahmen einer Unterrichtsreihe, im fächerverbindenden Unterricht oder in Arbeitsgemeinschaften an Jugend debattiert beteiligt. Vor dem Landesfinale fanden bereits Wettbewerbe auf Schul- und Regionalebene statt. Der Schülerwettbewerb folgt klaren Regeln: Debattiert wird immer zu viert über aktuelle politische und schulische Streitfragen. Jeder hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – pro oder contra – darlegt. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung, wobei er seine ursprüngliche Position auch verändern darf. Bewertungskriterien für die Debatte sind Sachkenntnisse, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Debatten finden immer in zwei Altersgruppen statt: den Klassen 8 bis 10 und den Jahrgangsstufen 11 bis 12.

Jugend debattiert ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung in Kooperation mit der Kultusministerkonferenz sowie den Kultusministerien und Landtagen der Länder.

Die Platzierungen der Finalisten:

Altersgruppe I (Klasse 8 bis 10):
1. Platz: Jonas Riedel, Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium, Chemnitz
2. Platz: Friedrich Reichel, Sächsisches Landesgymnasium St. Afra, Meißen
3. Platz: Lisa de Vries, Gymnasium Einsiedel
4. Platz: Vincet Grottendieck, Gymnasium Coswig

Altersgruppe II (Klasse 11 bis 13):
1. Platz: Pascal Walther, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Löbau
2. Platz: Benedikt Fuchs, Sächsisches Landesgymnasium St. Afra, Meißen
3. Platz: Benjamin Schlegel, Goethe-Gymnasium Bischofswerda
4. Platz: Benedikt Ehmer, Landesgymnasium St. Afra, Meißen