Jugend debattiert

Presse-Single

Schüler debattieren über den Wahlmodus für das Amt des estnischen Staatspräsidenten

  Die vier estnischen Finalisten, unter ihnen die Siegerin Kristi Ruusna (2. von links)  

Tallinn, 27.04.2007. Kristi Ruusna vom Deutschen Gymnasium Tallinn hat den deutschsprachigen Schülerwettbewerb Jugend debattiert international in Estland gewonnen. Sie wird gemeinsam mit ihrer Lehrerin Reet Jõgeva am 17.6.2007 als Gast am Finale Jugend debattiert Deutschland teilnehmen, das im Beisein des Bundespräsidenten Horst Köhler in Berlin stattfindet. Im Finale in Tallinn debattierten die 17-jährige Kristi Ruusna und ihre Mitstreiter im Deutschen Kulturinstitut Tallinn über das Thema: „Soll in Estland der Staatspräsident direkt vom Volk gewählt werden?“ Insgesamt 100 estnische Schüler haben sich am diesjährigen Wettbewerb beteiligt. Es ist die erste eigenständige Runde in Estland.

Der Wettbewerb Jugend debattiert international wurde 2005 erstmals in Polen und Tschechien ausgerichtet. Seit 2006 sind auch Schulen in Estland, Lettland, Litauen und der Ukraine mit dabei. Insgesamt nehmen in diesem Jahr in Mittel- und Osteuropa 1390 Schülerinnen und Schüler aus 74 Schulen am Wettbewerb teil. Die Initiative für den Wettbewerb in Mittel- und Osteuropa geht auf den Fonds „Erinnerung und Zukunft“ zurück, das Goethe-Institut übernimmt die Durchführung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung stellt Regeln und Erfahrung aus dem Bundeswettbewerb Jugend debattiert in Deutschland zur Verfügung.

Jugend debattiert international will zur Auseinandersetzung mit Themen aus den Bereichen Schule, Grundrechte und Europa anregen und das Debattieren als Medium demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die Deutschkenntnisse in den beteiligten europäischen Ländern und damit auch bilaterale Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt.

Das Projekt basiert auf einer Lehrerfortbildung, die den Lehrkräften ermöglicht, eine Unterrichtsreihe in deutscher Sprache in ihren Klassen anzubieten und so in die Themen und Regeln von Jugend debattiert international einzuführen. Debattiert wird zu vier Personen. Jeder Teilnehmer hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Schüler nochmals eine Minute zur Verfügung, in der er seine Meinung im Lichte der Debatte auch verändern darf. Bewertet werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.