Jugend debattiert

Presse-Single

Vier Schüler qualifizieren sich beim Landesfinale in Nordrhein-Westfalen erfolgreich für die Bundesebene des Wettbewerbs Jugend debattiert

Richtiges Debattieren will gelernt sein – das bestätigen in fragwürdiger Hinsicht nicht nur Pegida und Donald Trump. Wie es besser geht zeigen die Gewinner des Landesfinales Jugend debattiert in Nordrhein-Westfalen, die sich heute im Plenarsaal des Landtags den Fragen widmeten "Sollen zugewanderte Kinder und Jugendliche für eine demokratische Grundbildung eigenen schulischen Rechtskundeunterricht erhalten?" (Klasse 8-9/10) und "Soll auch für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden?" (Jahrgang 10/11-13). Jugend debattiert heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihe und Wettbewerb, zu dessen Bundesfinale sich die vier jungen Redner jetzt qualifiziert haben.

"Genau zuhören und andere Meinungen respektieren sind wichtige Fähigkeiten in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Im Debattentraining kann das jeder lernen. Es verbessert nicht nur kommunikative Fähigkeiten, sondern stärkt auch die Persönlichkeit", zeigt sich Frank J.-Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung, vom Projekt überzeugt, das der Bundespräsident vor 16 Jahren initiierte.

Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.

Fast 40.000 Schülerinnen und Schüler von 207 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten vertreten NRW zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich am 18. Juni 2016 dann die acht
besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen.

Camilla Karnau von der Marienschule, Münster überzeugte die Jury durch ihre eloquente Ausdrucksweise. Sie argumentierte eindrucksvoll für einen eigenen Rechtskundeunterricht für zugewanderte Kinder und Jugendliche. Johannes Stupperich vom Freiherr-vom-Stein Gymnasium, Hamm konnte die Frage, ob für anerkannte Flüchtlinge eine Wohnsitzauflage eingeführt werden soll, für sich entscheiden.

Als Preis für ihren heutigen Erfolg erhalten alle vier Sieger ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.

Sylvia Löhrmann, die Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen zeigte sich erneut überzeugt vom Konzept: „Bei Jugend debattiert setzen sich Schülerinnen und Schüler seit über zehn Jahren mit aktuellen politischen Themen auseinander und lernen, sich eine eigene Meinung zu bilden. In diesem Jahr beschäftigen sich die Debatten mit den politischen und schulischen Herausforderungen und Chancen, vor die uns die Zuwanderung der zu uns geflüchteten Menschen stellt. Die Aufnahme dieses Themas in öffentlichen Debatten ist wichtig, denn die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler sind auch Botschafterinnen und Botschafter ihrer Schule und tragen viel dazu bei, die Idee einer vielfältigen, solidarischen Gesellschaft in der Schule mit Leben zu füllen. Ich danke allen Schülerinnen und Schülern für ihre Beiträge und gratuliere besonders den heutigen Landessiegerinnen und –siegern.“

Jugend debattiert leistet in Nordrhein-Westfalen einen wichtigen Beitrag für die Erziehung zur Demokratie, und zwar für alle Formen weiterführender Schulen. Dies geschieht vor allem im Unterricht. Unsere Schülerinnen und Schüler lernen hier, sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen intensiv auseinanderzusetzen, aber auch selbst das Wort zu ergreifen.

Die Landtagspräsidentin, Carina Gödecke, lud auch in diesem Jahr erneut zum Finale in den Landtag: "Ich freue mich sehr, dass das Landesfinale Jugend debattiert NRW wieder im Plenarsaal des Landesparlamentes stattgefunden hat", so Gödecke. Die Landtagspräsidenten begleitet das Projekt mit großem Interesse und jurierte zum wiederholten Male im Finale: "Erneut durften wir engagierte Schülerinnen und Schüler hören, die die Kunst der politischen Rede beherrschen. Gute Debatten machen Politik erlebbar. Damit ist der Plenarsaal genau der richtige Ort für das Landesfinale", stellt Gödecke abschließend fest.

Mit Jugend debattiert wollen die beteiligten Stiftungen Schüler aller Schularten ab Klasse 5 ermutigen, durch Debattentraining ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern.

Jugend debattiert ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder.

Die Finalisten im Landeswettbewerb Jugend debattiert in Nordrhein-Westfalen 2016:

Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):
1. Platz: Lia Schönweiß, (13), Kaiserin-Augusta-Schule, Köln
2. Platz: Camilla Karnau, (14), Marienschule, Münster
3. Platz: Simon Döring, (15), Geschwister-Scholl-Gymnasium, Wetter
4. Platz: Tobias Winterberg, (15), Bert-Brecht-Gymnasium, Arnsberg

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):
1. Platz: Johannes Stupperich, (15), Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Hamm
2. Platz: David Hennemenn, (18), Bert-Brecht-Gymnasium, Dortmund
3. Platz: Veronika Stockem, (16), Städt. Gymnasium St. Leonhard, Aachen
4. Platz: Simon Langenberg, (18), Anne-Frank-Gymnasium, Werne

Kontakt
Simone-Tatjana Stehr,
Landeskoordinatorin Jugend debattiert NRW
Mobil: 0049 1577 141 33 60

www.facebook.com/Jugenddebattiert.de