Jugend debattiert

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Vier Schülerinnen und Schüler qualifizieren sich beim Landesfinale in Rheinland-Pfalz erfolgreich für die Bundesebene des Wettbewerbs Jugend debattiert

Richtiges Debattieren will gelernt sein – das bestätigten auf eindrucksvolle Weise die Gewinnerinnen und Gewinner des Landesfinales Jugend debattiert in Rheinland-Pfalz, die sich gestern im Haus der Jugend unter anderem der Frage widmeten „Sollen höhere Steuern auf Fleisch und Fleischprodukte erhoben werden?“.

Jugend debattiert heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihen und Wettbewerb, zu dessen Landesfinale heute die besten jungen Rednerinnen und Redner aus Rheinland-Pfalz antraten und ihr rhetorisches Talent demonstrierten.

Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schülerinnen und Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.

Der 18-jährige Henning Locher vom Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz überzeugte die Jury durch seine Überzeugungskraft. Er argumentierte eindrucksvoll gegen höhere Steuern auf Fleisch und Fleischprodukte. Die 15-jährige Chiara Bach vom Lina-Hilger-Gymnasium in Bad Kreuznach konnte bei der Frage „Sollen in Großstädten bei Feinstaub-Alarm Fahrverbote verhängt werden?“ den Landeswettbewerb der Jahrgangsstufen 8 bis 10 für sich entscheiden. Sie trat überzeugend gegen Fahrverbote ein.

Mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler in fast 100 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Die beiden Debattensieger und die jeweils Zweitplatzierten vertreten Rheinland-Pfalz zunächst bei der Qualifikation zur Bundesebene in Berlin. Dort werden sich am 18. Juni 2016 dann die acht besten Debattanten aus ganz Deutschland im Bundesfinale gegenüberstehen.

„Die Teilnahme verleiht einem vor allem die Fähigkeit, ohne Angst und offen vor vielen Menschen zu diskutieren und so zu sein, wie man wirklich ist“, sagte Landessieger Henning Locher. „Da man sich während des Wettbewerbs in verschiedene Positionen hineindenken muss, fällt es einem auch sonst leichter, sich in Menschen hineinzuversetzen und die Meinungen anderer zu überdenken“, fügte Landessiegerin Chiara Bach hinzu.

Als Preis für ihren Erfolg erhalten alle vier Siegerinnen und Sieger ein fünftägiges intensives Rhetorik-Training, das sie gemeinsam mit den Siegerinnen und Siegern der anderen Länder auf die Bundesebene des Wettbewerbs vorbereitet.

Bildungsministerin Vera Reiß, in deren Vertretung Staatssekretär Hans Beckmann die Siegerehrung durchführte, ist überzeugt vom Konzept: „Bei Jugend debattiert trainieren Schülerinnen und Schüler Fertigkeiten, die für eine demokratische Gesellschaft unerlässlich sind: sich eine fundierte, wohl begründete Meinung zu bilden, Argumente Andersdenkender aufmerksam wahrzunehmen, sie kritisch zu reflektieren und Auseinandersetzungen sachlich mit strukturierten Argumenten zu führen. Auch für Lehrkräfte bietet der Wettbewerb eine attraktive Möglichkeit, um im Unterricht vermitteltes Wissen in einem anwendungsorientierten Format zu erleben und zu bewerten.“

 „Politik lebt von guten Debatten. Debattieren heißt, sich zu strittigen Fragen eine fundierte Meinung zu bilden und persönliche Standpunkte überzeugend zu vertreten. Debattieren heißt aber auch, genau zuzuhören und andere Meinungen zu respektieren. Das fällt nicht immer leicht. Wer diese Kunst beherrscht, fördert die demokratische Streitkultur in unserer Gesellschaft und stärkt auch das Fundament für eine lebendige Demokratie. Jugend debattiert leistet hierzu einen wichtigen Beitrag, gerade in einer Zeit, in der die öffentlichen Diskussionen zu politischen Streitthemen emotional sehr stark aufgeladen sind“, so Landtagspräsident Joachim Mertes.

Mit Jugend debattiert wollen die beteiligten Stiftungen Schülerinnen und Schüler aller Schularten ab Klasse 5 ermutigen, durch Debattentraining ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern.
Jugend debattiert ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder.

Veranstalter des Landeswettbewerbs Rheinland-Pfalz sind das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur sowie der Landtag Rheinland-Pfalz.

Die Finalisten im Landeswettbewerb Jugend debattiert in Rheinland-Pfalz 2016:
Debatte Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):

1. Platz: Chiara Bach, 15, Lina-Hilger-Gymnasium, Bad Kreuznach
2. Platz: Alina Eckert, 14, Nikolaus-von-Weis-Gymnasium, Speyer
3. Platz: Melinda Baulig, 16, Goethe-Gymnasium, Bad Ems
4. Platz: Jakob Artmann, 14, Max-von-Laue-Gymnasium, Koblenz

Debatte Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 10 bis 13):
1. Platz: Henning Locher, 18, Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss, Mainz
2. Platz: Julian Scammell, 16, Hannah-Arendt-Gymnasium, Haßloch
3. Platz: Kim Lewandowski, 17, Albert-Schweitzer-Gymnasium, Kaiserslautern
4. Platz: Alba Meier, 17, Gymnasium Nieder-Olm

Kontakt Dr. Johannes Hilgart
Landesbeauftragter Jugend debattiert Rheinland-Pfalz
Telefon +49 176 3577 5273

Bildergalerie:

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Bildnachweis: Landtag Rheinland-Pfalz