Jugend debattiert News
Wie können Medien unsere Streitkultur positiv prägen?
In der neuen Folge unseres Jugend debattiert-Podcasts „Streitcafé“ spricht Jd-Leiter Jan-Jonathan Bock mit Ellen Heinrichs, Geschäftsführerin des Bonn Instituts über die Rolle der Medien in unserer Debattenkultur und konstruktiven Journalismus im digitalen Zeitalter.
Je schriller und zugespitzter, desto erfolgreicher – dieses Prinzip hat sich in der digitalen Medienöffentlichkeit etabliert. Dabei haben Medien in einer Demokratie eine andere Aufgabe: Sie sollen ausgewogen informieren und die Meinungsbildung unterstützen. Wie kann konstruktiver Journalismus heute aussehen, der positive Maßstäbe für unsere Debattenkultur setzt? Darüber spricht Jd-Leiter Jan-Jonathan Bock in der neuen Folge unseres Jugend debattiert-Podcasts „Streitcafé“ mit Ellen Heinrichs, sie ist Journalistin und Geschäftsführerin des Bonn Institutes. Sie empfiehlt den Kolleginnen und Kollegen unter anderem:
Aktiv zuhören.
„Heute leben wir im digitalen Zeitalter. Da reicht es nicht mehr, wenn Journalistinnen und Journalisten der Welt erklären, was gerade los ist. Wir müssen viel stärker zuhören und Dialogformate entwickeln – nicht nur Community Management in sozialen Medien, sondern wirklicher, absichtsloser Austausch mit den Leuten, für die wir arbeiten. Nicht nur dann loslaufen, wenn man einen O-Ton braucht, sondern reinhören, was die Leute tatsächlich umtreibt, sich auch mal überraschen lassen. Das braucht Journalismus, um zukunftsfähig zu sein.“
Konstruktiv fragen.
„Wir üben am Institut auch, wie man andere, konstruktivere Fragen stellen kann, die dazu anregen, Perspektivenwechsel zu vollziehen oder sich mögliche Lösungen überhaupt vorstellen zu können: Wie wäre denn die Welt konkret etwas besser, wenn dieses Problem angegangen würde?“
Debatte ermöglichen und nicht selbst hart führen.
„Ich habe kein Faible für Journalistinnen oder Journalisten, die sich extrem mit eigenen Standpunkten, Sichtweisen und Meinungen in öffentliche Debatten einbringen. Mein Verständnis geht eher in die Richtung, dass Journalistinnen und Journalisten Debatten anderer möglich machen sollten. Dieses Prinzip der Allparteilichkeit, das sehe ich leider derzeit noch eher selten im Journalismus verwirklicht.“
Weitere Themen des neuen Jd-Streitcafé-Podcasts: Warum sind sogenannte dritte Orte für die Debattenkultur so wichtig? Was können Mediennutzende beim Nachrichtenkonsum beachten und wie lässt sich Vertrauen in den Journalismus zurückgewinnen? Hier geht es zur neuen Streitcafé-Folge.
