klar
denken,
fair
streiten.
Jugend debattiert fördert demokratische Teilhabe und kritisches Denken.
Entdecke die Kunst des Debattierens und entwickle deine Argumentationsfähigkeiten.
Aktuelles
»Erheben Sie nicht Ihre Stimme, verbessern Sie Ihre Argumente!«
Krass streiten? Häufig gestellte Fragen
Alle FragenEine Demokratie braucht Menschen, die kritische Fragen stellen. Menschen, die aufstehen, ihre Meinung sagen und sich mit den Meinungen anderer auseinandersetzen. Menschen, die zuhören und reden können. Menschen, die fair und sachlich debattieren.
Deshalb kommt es darauf an, dass jeder schon in der Schule lernt, wie und wozu man debattiert, und regelmäßig übt, auch selbst zu debattieren. Jugend debattiert setzt genau hier an:
- mit einem bundesweiten Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen
- mit Unterrichtsreihen, die auf den Wettbewerb vorbereiten und zugleich zeigen, wie vielfältig man Debattierfähigkeiten im Alltag nutzen kann
- mit Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer, in denen die Lehrkräfte selbst das Debattieren trainieren.
Auf diese Weise kann jeder, der teilnimmt, etwas für sich gewinnen. Jugend debattiert – mehr als ein Wettbewerb!
Eine Debatte ist ein Gespräch nach festen Regeln, das eine Entscheidungsfrage beantworten soll. Entscheidungsfragen sind Fragen, auf die man nur mit "Ja" oder "Nein" antworten kann. Wer mit Ja antwortet, spricht sich für das Gefragte aus (= Position "pro"). Wer "Nein" sagt, wendet sich dagegen
(= Position "contra").
Nicht jede Entscheidungsfrage löst gleich eine Debatte aus. Geht es jedoch um Fragen, bei denen die Antwort viele Menschen betrifft oder die Antwort nicht sofort auf der Hand liegt, lohnt es, zu debattieren. Bei Jugend debattiert werden die Fragen im Wettbewerb immer als Soll-Fragen gestellt. Zur Debatte stehen aktuelle politische Streitfragen.
Ebenso wichtig wie die Antwort auf die Frage ist in einer Debatte die Begründung dieser Antwort. Mit Debatten kann man herausfinden, was für und gegen eine Entscheidung spricht und welche Argumente am meisten überzeugen.
In diesem Sinne ist eine Debatte ein Gespräch zur Klärung der Voraussetzungen einer Entscheidung.
Die Debatte bei Jugend debattiert besteht aus drei Teilen:
- In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht.
- Die Freie Aussprache dauert zwölf Minuten. Die vorgebrachten Argumente werden im Wechsel von pro und contra ergänzt, präzisiert, sortiert und abgewogen.
- In der Schlussrunde hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, die Streitfrage ein zweites Mal zu beantworten: Diesmal im Lichte der bis dahin geführten Aussprache.
Debattiert wird bei Jugend debattiert jeweils zu viert: Zwei Personen beantworten die Streitfrage mit "Ja" und sprechen sich für die gefragte Maßnahme aus ("pro"), zwei antworten mit "Nein" sprechen sich gegen die Maßnahme aus ("contra"). Einen Gesprächsleiter gibt es nicht.
Bewerben können sich alle weiterführenden Schulen, sowohl allgemeinbildende als auch berufsbildende Schulen. Zu den Teilnahmevoraussetzungen gehören neben der Zustimmung der Schulleitung:
- die Benennung eines Lehrers als Koordinator und Ansprechpartner
- die Fortbildung von mindestens zwei Lehrkräften zu Projektlehrern
- die regelmäßige Durchführung einer Unterrichtsreihe Jugend debattiert
- die jährliche Veranstaltung eines Schulwettbewerbs
Die Teilnahmevoraussetzungen im Einzelnen richten sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Bundeslandes. Informationen dazu gibt der zuständige Landesbeauftragte.
Die Regeln des Wettbewerbs bei Jugend debattiert sind so gesetzt, dass ein faires und spannendes Turnier zustande kommen kann.
Die Debatte gliedert sich in drei Teile: Eröffnungsrunde, Freie Aussprache und Schlussrunde. In der Eröffnungsrunde beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage aus seiner Sicht. In der Freien Aussprache werden weitere Argumente gebracht und miteinander abgeglichen. Nach Ende der Freien Aussprache beantwortet jeder Teilnehmer die Streitfrage ein zweites Mal (Schlussrunde).
In der Eröffnungsrunde beginnt, wer die Änderung des bestehenden Zustands wünscht. Rede und Gegenrede (pro und contra) wechseln einander ab. In der Eröffnungsrunde darf jeder Teilnehmer ohne Unterbrechung zwei Minuten sprechen.
Die Freie Aussprache dauert insgesamt zwölf Minuten.
In der Schlussrunde ist die Redezeit jedes Teilnehmers auf eine Minute begrenzt. Die Teilnehmer sprechen in der gleichen Reihenfolge wie in der Eröffnungsrunde. Dabei steht es jedem frei, seine Position gegenüber der Eröffnungsrunde zu verändern. In der Schlussrunde sollen nur Argumente vorgetragen werden, die bereits in der Eröffnungsrunde oder in der Freien Aussprache genannt worden sind.
Über die Einhaltung der Redezeiten wacht ein Zeitwächter. Fünfzehn Sekunden vor Ablauf der Redezeit wird ihr nahes Ende durch einmaliges Klingelzeichen angezeigt. Das Überschreiten der Redezeit wird durch zweimaliges Klingelzeichen angezeigt und anschließend durch dauerndes Klingelzeichen unterbunden.
Im Wettbewerb wird die Leistung jedes Debattanten durch eine Jury öffentlich bewertet. In Qualifikationsrunden besteht jede Jury aus drei Personen und einem Zeitwächter. In Finaldebatten kann die Anzahl auf fünf Juroren erhöht werden.
Mitglied der Jury soll nur sein, wer die für diese Aufgabe erforderliche Unabhängigkeit, Erfahrung und Sachkenntnis besitzt. Jede Jury ist mit mindestens einem Lehrer und – nach Möglichkeit – mit mindestens einem Schüler zu besetzen. Als Schüler in diesem Sinne gelten auch ehemalige Teilnehmer am Wettbewerb, die ihre Schulzeit inzwischen beendet haben.
In Qualifikationsrunden darf als Lehrer nur jurieren, wer bei Qualifikationsrunden der vorausgehenden Wettbewerbsstufe bereits juriert hat.
In Qualifikationsrunden darf als Schüler nur jurieren, wer an Qualifikationsrunden dieser Wettbewerbsstufe bereits selbst teilgenommen oder mindestens bei Qualifikationsrunden der darunterliegenden Stufe bereits selbst juriert hat.
In Finaldebatten darf als Schüler nur jurieren, wer ein Finale dieser Wettbewerbsstufe bereits selbst gewonnen hat (Platz 1 oder 2).
Schüler der Altersgruppe I dürfen nur Wettbewerbe der Altersgruppe I jurieren.
Nach Möglichkeit soll niemand Teilnehmer gleicher Herkunft bewerten. Als "gleiche Herkunft" gilt auf der Ebene des Landes die Herkunft aus dem gleichen Regionalverbund, auf Ebene des Bundes die Herkunft aus dem gleichen Bundesland.
In einer Debatte bei Jugend debattiert geht es darum, das Debattieren zu lernen. Deshalb sind die Regeln der Debatte stark vereinfacht. Es wird ein Thema debattiert, dann folgt eine Auswertung oder Besprechung der Debatte. Wer für pro oder contra debattiert, entscheiden die Teilnehmer selbst oder das Los. Niemand ist daher über die Debatte hinaus an seine Position gebunden und auch in der Abstimmung danach nicht seiner Debattenmeinung verpflichtet.
In einer Debatte im Parlament geht es darum, zur politischen Willensbildung und Gesetzgebung beizutragen. Jede Sitzung des Parlaments hat viele Themen. Entsprechend viele Debatten folgen nacheinander. Die Regeln der Debatte sind zahlreich und sehr detailliert. Anträge zur Geschäftsordnung sind ein wichtiges Mittel, die jeweilige Debatte zu gestalten. Von den Abgeordneten wird erwartet, dass sie die Position, die sie in der Debatte vertreten, auch außerhalb der Debatte vertreten, insbesondere in Abstimmungen. Wenn abgestimmt wird, hat das Abstimmungsergebnis für alle Abgeordneten eine bindende Wirkung.




